90% Gemüse, 10% Fleisch, 100% Identitätskrise. Diese Bolognese fragt sich ernsthaft: Bin ich überhaupt noch eine Bolognese?
Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Hackfleisch dazugeben und scharf anbraten, bis es braun ist. Rausnehmen und beiseite stellen. Es wird gleich unsichtbar werden.
Im gleichen Topf Zwiebeln und Knoblauch glasig dünsten. Karotten, Sellerie und Champignons hinzufügen. Alles ca. 8-10 Minuten bei mittlerer Hitze braten, bis das Gemüse Farbe bekommt und der Topf nach Italiens besserem Selbst riecht.
Tomatenmark einrühren und 2 Minuten anrösten – das gibt Umami-Tiefe, die das Fleisch niemals liefern könnte.
Mit Rotwein ablöschen und einkochen lassen, bis fast kein Wein mehr da ist. Stückige Tomaten, Gemüsebrühe, Linsen (falls verwendet), Kräuter und das Fleisch (falls Sie es noch nicht vergessen haben) hinzugeben. Gut umrühren.
Hitze reduzieren und die Soße ca. 30 Minuten köcheln lassen. Gelegentlich umrühren. Die Linsen zerfallen, das Gemüse wird weich, das Fleisch verliert seine Identität. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.
In der Zwischenzeit Nudeln nach Packungsanweisung kochen. Eine Tasse Nudelwasser vor dem Abgießen aufheben – das ist das Geheimrezept für cremige Soße.
Nudeln mit der Bolognese vermischen. Falls zu dick: etwas Nudelwasser unterrühren. Mit Parmesan und Basilikum servieren. Das Fleisch? Irgendwo da drin, aber nicht mehr wichtig.
Diese Bolognese schmeckt am zweiten Tag noch besser – die Aromen haben Zeit, sich zu verheiraten, während das Fleisch endgültig seine Relevanz verliert. Einfrieren funktioniert auch super. Und ehrlich? Ersetzen Sie die 120g Hackfleisch durch 120g mehr Linsen und Pilze, und Sie haben eine 100% vegane Bolognese, die Ihre italienische Oma nicht von "der echten" unterscheiden kann. Versprochen.